Nylon, Perlon; Fachbegriffe

By agnahtstrumpf_admin / On Jan.21.2013 / In Nylon Perlon / Width 0 Comments

Auch die Welt der Strümpfe hat ihre eigenen Fachbegriffe. Nylon, Perlon, Denier, Dezitex, Gauge, Monofilament

Nylon oder Perlon- wo ist denn da der Unterschied?

Nylon und Perlon sind chemisch fast identisch. Nylon wird in der Welt der Kunststoffe als Polyamid 6.6; Perlon als Polyamid 6 bezeichnet. Ist der Namen auch nahezu deckungsgleich, so dennoch unterscheiden sich beide dennoch in ihren Eigenschaften.
Perlonstrümpfe hatten schnell einen ziemlich schlechten Ruf. Die Perlonstrümpfe kratzten viel schneller als die Nylons, denn Perlongarne sind etwas unelastischer als Nylongarne. Aus diesem Grund schlugen die Perlonstrümpfe schneller Falten und beulten an den Knien der Frauen schneller aus. Ein Umstand, welcher von heutigen Strumpfwaren eigentlich unbekannt ist. Dieses "Beulen" führte dazu, daß die Perlon- bestrumpfte Damen zeitweise eine eigenartige Körperhaltug einnahm, um das lose Strumpfwerk vor den Kniescheiben straff zu halten.
DeDeRon war übrigend vom Perlon- Typ; verstanden, wie Dederon entstand- Yo: DDRon, wirklich... . Dederon ist kein eigenständiger Polyamidtyp, Dederon ist Polyamid 6.
 
Nylonstrümpfe waren immer etwas glatter und weicher. Heute sind so ziemlich alle Feinstrumpfwaren aus Nylon- Garnen gefertigt.
 
Eigenschaften des Nylons:
Schmelzpunkt: 260 °C (Nylon 66),
Wasseraufnahme max. 9% (Nylon 66),
Dichte: 1,14 g/ Kubikzentimeter, thermoplastisch,
sehr zug-, scheuer- sowie dauerbiegefest, sehr leicht trockenbar, maximale Bügeltemperatur: 150°C, witteringsbeständig; beständig gegen Alkohole, Benzin, Öl sowie die meisten technischen Lösungsmittel, unbeständig gegen fast jede Säure
Jahres- Weltproduktion: >4.000.000 Tonnen
Chemische Formel Nylon

Was bedeuten die Bezeichnungen den, dtex und Gauge?

 
Mit den oder/ dtex wird die längenbezogene Masse von Faserstoffen bezeichnet. Sie sind ein Mass für die Feinheit eines Garnes. Die Bezeichnung 20 den (Denier) bedeutet, dass 9000 Meter dieses Garnes eine Masse von 20 Gramm haben.
Bei 22 dtex (Decitex) besitzt das Garn auf einer Länge von 10000 Metern eine Masse von 22 Gramm. Beim Griff zum Taschenrechner bemerken wir, beide Einheiten meinen fast das Selbe. Also, je niedriger der Zahlenwert, desto feiner das Garn.
 
In der Zeit nach dem 2. Weltkrieg kamen zunächst Nylons auf den Markt, die zunächst höhere den - Stärken aufwiesen. Die Entwicklung zu immer feineren Garnen ging in Amerika schneller voran als in Europa.  Innerhalb kurzer Zeit sprangen die Feinheiten von 60 den abwärts: 45 den, 30 den, 20 den, 15 den und schließlich 10 den.
 
Wobei feinere Garnstärken immer empfindlicher gegen Laufmaschen sind, als stärkere Garne. Laufmaschen entstehen, wenn Fäden reißen.
 

Gauge [gg] 

ist eine englische Masseinheit. Sie beschreibt die Anzahl der Nadeln in einer 38,1mm- Sektion der Cottonmaschinen. Man kann sagen, je höher die Gauge- Zahl, desto dichter das Maschenbild des Strumpfes. Übliche Gaugezahlen sind 51 und 60. 
Die dichteste "Feinheit" waren Ende der 50er Jahre 90 gg. 

Zum Ende der 50er Jahre des vergangenen Jahrhunderts waren Cottonmaschinen in folgenden Feinheiten erhältlich:
45 gg; 48 gg; 51 gg; 60 gg; 66 gg; 75 gg; 90 gg.

 

Garne früher und heute

 
In den Anfangszeiten der Nylonstrumpfproduktion wurde Garn aus einem Material verarbeitet, sprich Nylon oder Perlon allein und als Einzelfaser, dem Monofilgarn. Nun wünschten sich Hersteller und Trägerinnen die Verbesserung einiger Trageeigenschaften ihrer Strümpfe. Echte Nylonstrümpfe zeichnen sich beispielsweise durch ihre Neigung aus, Falten zu bilden- aber auch die Passform während des Tragens schien verbesserungswürdig.
Heute kennt die Frau Strümpfe aus Materialien, deren Trageeigenschaften sich von denen der Nylons doch erheblich unterscheiden. Strumpfgarne von heute sind beispielsweise durch LYCRA oder ELASTHAN komfortabler geworden. Das Umwinden eines Trägergarns mit LYCRA oder ELASTHAN ändert die Eigenschaften der hergestellten Textilien. Ein Vorteil der LYCRA- Fasern ist die höhere Elastizität der daraus hergestellten Garne. Die Strumpfhersteller sind ständig bemüht, ihre verwendeten Garne zu verbessern. Qualitativ hochwertige Strumpfwaren liefen z.B. FOGAL oder WOLFORD. Natürlich hat diese Qualität auch ihren Preis.
Hat Frau jedoch einmal den Unterschied kennen und schätzen gelernt, wird sie öfter einen teueren Strumpf kaufen. Tragegefühl und Maschenbild unterscheiden sich erheblich vom Billigprodukt.
Für ausführlichere Informationen über die Strumpfgeschichte/ Technikentwicklung bitte folgenden Link nutzen Deutsches Strumpfmuseum.

 

Leave a Reply

Plain text

  • No HTML tags allowed.
  • Web page addresses and e-mail addresses turn into links automatically.
  • Lines and paragraphs break automatically.
CAPTCHA
This question is for testing whether or not you are a human visitor and to prevent automated spam submissions.
1 + 0 =
Solve this simple math problem and enter the result. E.g. for 1+3, enter 4.