Strumpfmuseum Gelenau

By agnahtstrumpf_admin / On Jan.21.2013 / In Strumpfmuseum Gelenau / Width 0 Comments

Deutsches Strumpfmuseum
Rathausplatz 1
09423 Gelenau
Öffnungszeiten:

aktuell September 2013: Das Strumpfmuseum Gelenau ist derzeit aus technischen Gründen geschlossen. Anmeldungen von Gruppen sind dennoch möglich. Anmeldung unter 037297/8496-14

 
 
 
Cottonmaschine im Strumpfmuseum Gelenau Kartenausschnitt Gelenau
im April 2008 besuchten wir das Erste Deutsche Strumpfmuseum noch einmal. Dieser Beitrag muss nach diesem Besuch überarbeitet werden.

Zweiter Besuch im April 2008:
Die erste Veränderung fällt zugleich bei Einfahrt in den Ort Gelenau auf- der Weg zum Strumpfmuseum ist ausgeschildert. Gelenau ist jedoch immer noch so lang gestreckt, wie je zuvor und so dauert es eine Weile, bis man zum Strumpfmuseum gelangt.
Die Besucherinnen und Besucher des Ersten Deutschen Strumpfmuseums werden nun vom Betreiber der letzten Strumpffirma Gelenaus durch die Räume geführt. Die Produktionsräume befinden sich im Erdgeschoss des Gebäudes des Strumpfmuseums. Die kleine Firma produziert allerdings keine Feinstrümpfe, sondern Socken, Söckchen und Kniestrümpfe, die zu günstigem Preis vor Ort erhältlich sind. Doch keine Sorge, sie werden der Besucherin/ dem Besucher nicht aufgedrängelt.
Zurück zum Strumpfmuseum:
Sich extra wegen der Geschichte des Beinkleides ins Museum zu begeben, das dürfte vor allem bei Vati keinen Jubel auslösen. Die Paarung der Worte Strümpfe und Museum allein lässt womöglich Gesichter einfrieren. Das pauschale Vorurteil trügt jedoch, denn mit der Geschichte der Strumpfherstellung ist der industrielle Fortschritt und die technische Entwicklung enger verknüpft, als man zunächst denken möge.
Die überaus fachkundige Führung vermittelt dies in kurzweiliger Weise auch der/ dem nicht so Interessierten. In einer Mischung aus historischen Fakten, lokaler Geschichte, nachdenklich Stimmenden und Amüsantem wird die Bedeutung der einstmals fast monopolistischen Strumpfindustrie vorgetragen.Das die technisch/ technologische Entwicklung des sächsischen Maschinenbaus untrennbar mit der damals aufstrebenden Textilindustrie verbunden ist, daran zweifeln sie nach einem Besuch im Gelenauer Museum keinesfalls. 
Es wird ein Loblied auf die damalige deutsche Ingenieurkunst gesungen. Das aufmerksame Augen erkennt die schon in frühen Jahren erreichte Präzision im Textilmaschinenbau. 
In die Führung eingebaut werden nebenbei kleine Qualitätsmerkmale von Textilien im Allgemeinen vermittelt.

Es scheint so, als sind einige Exponate dazu gekommen. In den Vitrinen sind einige schöne Nahtstrümpfe zu sehen, ihre Aufmachung lässt den Ursprung in einer Epoche erkennen, als der schöne Damenstrumpf noch als besonderes Kleidungsstück angesehen wurde. Ebenso ausgestellt ist das letzte Dutzend Nahtstrümpfe, die im Jahr 1963 in Gelenau gewirkt worden sind.
Dennoch kommt das Thema Damenstrumpfherstellung im Ersten Deutschen Strumpfmuseum realtiv kurz- was jedoch keinesfalls von einem Besuch abhalten sollte. Dank einer Führung vom Fachmann ist die Vermittlung von Fakten sehr fundiert. Ein Mensch mit Branchenkenntnissen vermag den Besucher besser in den Bann zu ziehen, als es so manch Museumsführer vielleicht vermag.
Wünsche für die Zukunft bestehen dennoch und sie bestehen auch, wenn sich erahnen lässt, mit welchen finanziellen Schwierigkeiten solch ein kleines Museum zu kämpfen hat. Was würde ich tun, hätte ich einige Euros übrig?Als erstes würde ich die Beschilderung der zahlreichen Exponate erneuern. Visuell sehen die Bestehenden nicht optimal aus. Dann würde ich der Damenstrumpfgeschichte etwas mehr Raum eingestehen- ja, auch der der Strumpfhose. So hat doch das DDR-Kombinat ESDA den Wechsel vom Nahtstrumpf zum nahtlosen Strumpf bis zur Strumpfhose überaus vorausschauend vollzogen.In Gelenau steht so ein tolles Exponat einer imposanten Cottonmaschine- ich würde den Besuchern kurz erklären, wie Strümpfe darauf entstehen und das sie eben erst halbfertig die Maschine verlassen- nachträglich genäht werden. Um es in historisch lückenloser Folge zu erzählen wäre es logisch, auch noch kurz das Stricken der Nahtstrümpfe und der Strumpfhosen zu erklären.Wer weiß, vielleich tat man das in der Vergangenheit und die Besucher überforderte/ langweilte dies.
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alter Text:
Auf dem Bild oberhalb ist sie zu erkennen- eine der beiden noch erhalten gebliebenen alten sächsische Cottonmaschine, hier die in Gelenau. Eine zweite, ebenso funktionstüchtige, Cottonmaschine befindet sich im Sächsischen Industriemuseum Chemnitz. Allerdings ist diese Maschine für das Wirken von Handschuhen eingerichtet.
Zur Zeit ist der Weg zum Deutschen Strumpfmuseum Gelenau etwas schlecht ausgeschildert. Sollten Sie vorhaben, dieses Museum zu besuchen, lassen Sie sich auf Ihrem Weg durch Gelenau nicht entmutigen- Gelenau ist ca. 7 km lang ;-).
Im Museum bekommen Sie einen kleinen Einblick in die Entwicklung der Strumpffabrikation im Erzgebirge. Erwarten Sie bitte von vorn herein nicht, dass Sie hier 1000 verschiedene Nahtstrümpfe sehen. In den Strumpffabriken im Erzgebirge wurden und werden (ROGO, ESDA, FALKE) auch andere Strumpfwaren produziert... . Allerdings existiert in Gelenau seit Mitte der 90er Jahre keine Strumpffabrik mehr. Der rasante Niedergang eines ganzen Industriezweiges nach der Wende machte auch vor Gelenau nicht Halt. Dabei kamen einmal 75% der Weltstrumpfproduktion aus dem Erzgebirge.
ROGO Oberlungwitz ist heute der älteste, noch bestehende Strumpfhersteller in Deutschland (siehe auch Link zu ROGO). Zu erkennen sind die Feinstrumpferzeugnisse von ROGO an der in dunkelgrün gehaltenen Packung mit rotem "ROGO"- Schriftzug.
Wenn Sie Glück haben, bekommen Sie eine fachkundige Führung durchs Museum. UND dann können Sie es sehen... die ausgestellte Cottonmaschine bewegt sich. Wir konnten so das entstehen einiger Maschenreihen beobachten.
Superfeine Nylons kann diese Maschine aber heute nicht mehr produzieren, möglich sind "nur" 39 Gauge. Dies ist bedingt durch eine Umrüstung nach dem Ende des Nahtstrumpfbedarfs, noch zu ESDA- Zeiten.

 

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