Schon vorbei: 6. Nocturnal Culture Night – NCN 6 in Deutzen ein kleiner Bericht

By agnahtstrumpf_admin / On Jan.28.2013 / In Festivals / Width 0 Comments

5.9.2011: Ein Bericht... Festivals im September brachte ich bisher mit herbstlichem Wetter in Verbindung – mit feuchter, kalter Luft am Abend und Temperaturen, die keinesfalls an der 20°C Marke kratzen.

Nein, ganz so war es am vergangenen Wochenende vom 2. September bis zum 4. September zum NCN 6 in Deutzen bei Leipzig nicht.

Bestes Sommerwetter mit lauen Abenden war eine äußerst angenehme Umrahmung für ein nun fest etabliertes, kleines Open-Air Musikfestival für Freundinnen und Freunde der etwas dunkleren Musik. Deutzen erfüllte alle positiven Erwartungen. Die Location ist mehr als angenehm, die Größe des ganzen Festivals durchaus überschaubar und das Publikum sowieso sehr verträglich. Dazu paßte in diesem Jahr eine für meinen Geschmack ausgezeichnete Bandauswahl, die auch mit nahezu goldener Nase vom Veranstalter über das Wochenende verteilt wurde.

Nun, im Nachhinein, erweist sich die sonntagabendliche Buchung von VNV NATION als gelungenem Schachzug der Organisatoren vom NCN. Die anfängliche Prophezeiung halbleerer Ränge am Sonntagabend erfüllten sich nicht – im Gegenteil: volles Haus in Deutzen.

Ein gut mit Schwarzvolk überfülltes Amphitheater wurde gleich am Freitag, dem Auftaktabend geradezu befürchtet, als die netten einheimischen Parkplatzeinweiser fast schon entschuldigend mitteilten: „na heute müßt ihr mal hinter auf Parkplatz 3, eins und zwei sind schon voll“ wa? Parkplatz drei gibt es auch? Na wenn KIRLIAN CAMERA spielen, dann kann es schon so voll sein...

War nicht ganz so schlimm. Der nächtliche Auftritt von KIRLIAN CAMERA fand zum Glück nicht im überfüllten Amphitheater statt. Das Publikum erschien dennoch in reichlicher Zahl, ohne das die Ränge aus allen Nähten platzten. Wohlfühlatmosphäre ohne Platzangst und ich hatte den Eindruck, als hatte die Band durchaus große Freude am mitgehenden Publikum. In Summe ein wunderbares Konzert mit KILIAN CAMERA, das schon durch die Stimme von Elena Fossi ein Erlebnis ist.

Ganz und gar kein Erlebnis war dagegen das am selben Abend stattfindende Konzert von SITD. Auch hier ist Gefallen & Nichtgefallen eine Frage des persönlichen Geschmacks. EBM und dominierender Gesang passen nicht gerade zusammen - eine Wahrheit, die sich vielleicht erst im Schattenbereich des Mischpultmeisters offenbart.

ORDO ROSARIUS EQULIBRIO aus Schweden spielten nach KC in der selben Nacht zu sehr früher Stunde. Ich glaube, der Band gefiel der gewählte Auftrittsort Kleine Bühne nicht so recht und mir gefiel das Publikum in den hinteren Reihen nicht. Erzgebirgisch-Chemnitz-Mundart, laut verbreitet, paßt nicht als Untermalung zu ORDO ROSARIUS. Man erzählt sich ja, daß Menschen aus dieser Region mächtig stolz auf ihren Dialekt sind – sei es drum – ich sage mal, es schmerzt um so mehr im Gehörgang, möchte das Ohr in diesem Augenblick Musik hören. Schade, denn auf die Schweden hab ich mich im Vorfeld wirklich gefreut. Auch kein Beinbruch, damit muß man immer rechnen.

Dagegen war gestern Nacht bei VNV NATION Alles in bester Ordnung. Die Band spielte für ein begeistertes Publikum, daß Frontmann & Band spürbare Freude hatten. Gut, die ersten Minuten sabotierte ein defektes Mikro das Konzert, doch Ronan Harris nahm es mit Humor und Gelassenheit. Tanzenden Menschen, mitsingendes Publikum und rhythmisch klatschende Hände, dazu ein geradezu spielerisch mit dem Publikum umgehender Ronan Harris. Flankiert von drei Musikern, die perfekt spielten und dem Bühnenmischer (?), der sich sichtbar über gelungene Songs freute. Liebe VNV NATION-Leute, „Controll“ vom neuen Album ist wirklich der Hammer ;-), energiegeladen, laut und dennoch nicht nervtötend.

Resüme des Auftritts: ein erstklassiges Publikum, die tolle Kulisse der Kulturparks Deutzen, mitreißende Songs, eine Band, die sich auf der Bühne wohlfühlte – dies unter freiem Himmel bei 24°C, Abends um 22 Uhr im September. Einfach nur WOW. Nach so einem Auftritt blieb die Wehmut über das Ende des Festivalwochenendes eine Zeit lang betäubt.

Bleibt zu wünschen, daß das spätsommerliche Festival in Deutzen bei Leipzig in seiner Art so bleibt, wie es ist. Da bin ich guter Hoffnung, denn die angenehme Mischung des Publikums scheint eine Tradition zu sein, die mit den nun nicht mehr existenten Open-Air Frühhersbstfestivals begann und die sich nun in Deutzen fortsetzt.

Eine prominente FanInn konnte ich auch wieder entdecken, obwohl es im vergangenen Jahr ganz so aussah, als werde sie wegen des damaligen Auftrittsorts - einer gefühlten Garage - niemals & nimmermehr den Weg nach Deutzen finden. Sie fand ihn doch und nur Insider wissen, von wem ich hier kryptisch spreche.

Danke auch an die das Schwarzpublikum duldenden Dorfbewohner Deutzens, an die freundlichen einheimischen Parkplatzeinweiser und an die unauffällig agierende Security.

Ein spezieller Gruß (und der ist ganz bestimmt nicht freundlich gemeint !!!) an die Dickys im Korsettmantel. Ich und bestimmt viele Mitmenschen wollen es einfach nicht sehen müssen: unter der Schnürung hervorquellendes Speck - oder an üppigen Röllchen verzweifelnde Spiralstäbe. Nein, nein und nochmals nein. Es sieht nicht gut aus.

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